Autor Thema: Goremounder Stadtgeschichten  (Gelesen 8284 mal)

FoxgloveSaysNO

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Goremounder Stadtgeschichten
« Antwort #15 am: 3. Februar 2009, 10:46:42 Vormittag »
Goremounder Stadtgeschichten: Ein Papa für Oreios

Heute Morgen hatte Madame Nyx beschlossen, die Arbeit für heute sein zu lassen und mit ihrer Tochter einen vergnüglichen Einkaufsbummel auf dem Knochenmarkt  und im Seelenbrecherviertel zu machen. Also wurde die Laborkutte gegen ein schönes Kleid und einen gut geschnittenen Rattenfilzmantel getauscht, Oreios warm angezogen und in den Kinderwagen gepackt, Quartus her zitiert und los ging es! Der grünliche Nebel hinterließ trotz des Dicken Mundschutzes, den Madame Nyx trug, einen beißenden Geschmack auf ihrer Zunge. Dies war ein Grund zur Sorge. Madame Nyx hatte für Oreios den stärksten Mundschutz besorgt, den sie finden konnte, aber Oreios zog ständig daran herum, weil der Mundschutz ihre Sicht behinderte. Daher musste Madame Nyx immer wieder anhalten um sich über den Kinderwagen zu beugen und Oreios' Mundschutz wieder zu richten. Dieser eklige Nebel war wirklich ärgerlich! Der Nebel zersetzte Kleidung langsam und verursachte -“ ohne Mundschutz -  einen ständigen Hustenreiz.
  Aber Madame Nyx beschloss, sich heute von solchen Lappalien nicht die gute Laune verderben zu lassen. Heute stand ihr noch ein schöner Einkaufsbummel bevor, und heute Abend würde sie essen gehen. Es versprach, ein schöner Tag zu werden.
  Im Knochenmarkt ließ Madame Nyx sich viel Zeit. Sie erstand ein aromatisches Kräuterbad, welches durch zermahlene Würmer eine grünliche Farbe hatte. Des weiteren erstand sie angenehm duftende Körper -“ und Parfümöle. Ein Stoffhändler bot saphirische Seide an. Madame Nyx kaufte einen ganzen Ballen roter Seide. Auf Leons nächster Soiree würde die Nekromantin ein Kleid aus  roter Seide tragen.
Madame Nyx überlegte, ob sie noch etwas benötigte. Da fiel es ihr wieder ein: vor drei Wochen war ihr letzter Schreiber verstorben. Selbstmord. Wer Oreios entführen wollte, beging (unwissentlich) Selbstmord. Diesen undankbaren Mistkerl hatte Madame Nyx gebührend bestraft. Also brauchte sie einen neuen Schreiber. Hoffentlich war ihr bevorzugter Händler da, er hatte immer gute Ware und wusste genau, was Madame Nyx wollte. Zielstrebig steuerte Madame Nyx den Sklavenmarkt an.
Sie hatte Glück, der Händler war da. Er bemerkte Madame Nyx und nickte ihr freundlich zu. Dann bemerkte er den Kinderwagen. Seine Verwirrung war  kurz auf auf seinem Gesicht zu sehen, aber er -“ ganz Geschäftsmann -“ fing sich schnell.
-žMadame Nyx, wie geht es Euch, was kann  ich für Euch tun?-œ
Seine kriecherische Art ging Madame Nyx jedes mal auf die Nerven. Hochmütig antwortete sie:
-žIch brauche einen neuen Schreiber.-œ
Der Händler verbeugte sich kriecherisch.
-žJa, sehr wohl. Ihr habt Glück, ich habe gerade eine gute Auswahl an Schreibern. Seht selbst, seht selbst.-œ
Er wies auf menschengroße Käfige, in denen mehrere Menschen eingesperrt waren. Madame Nyx ging zu den Käfigen und sah sich des Händlers Ware an. Dem dummen Gerede des Händlers hörte Madame Nyx nur mit einem Ohr zu. Im Vergleich zu anderen feil gebotenen Sklaven sahen diese hier gut genährt und gesund aus. Die Nekromantin sah sie sich aufmerksam an. Einer stach ihr ganz besonders ins Auge: Ein junger Mann mit dunkler Haut, dunklen Augen und seidigen schwarzen Haaren. Seine Augen waren aber nicht braun, nein, sie waren von einem dunklen Grün. Sein Gesicht war äußerst wohlgefällig. Im Gegensatz zu vielen anderen Sklaven war sein Blick noch nicht dumpf und leer. Er sah Madame Nyx an und senkte dann respektvoll den Kopf. Demut, ohne gebrochen worden zu sein. Persephone Nyx war beeindruckt.
-žSklave, wie wirst du genannt?-œ, verlangte sie zu wissen.
-žHerrin, mein Name ist Setheret.-œ Perfektes Atlanteanisch.
-žWoher kommst du und wo liegen deine Fähigkeiten?-œ Madame Nyx' Interesse war nicht gespielt.
 Der Sklave verbeugte sich leicht.
-žHerrin, ich stamme aus Khem und wurde als Schreiber und Übersetzer ausgebildet. Atlanteanisch, Gotisch, Saphirii und Verunisch beherrsche ich fließend und kann jede der genannten Sprachen auch lesen und schreiben.-œ
Er verbeugte sich tiefer.
Madame Nyx lächelte und trat näher an den Käfig heran. Setheret verharrte in der Verbeugung. Sie wandte leicht den Kopf zu dem Sklavenhändler.
-žWie viel?-œ
-ž 32 Goldmünzen, Madame:-œ
-žSei nicht unverschämt! Du bekommst 30 für ihn. Ich nehme ihn gleich mit.-œ
Der Händler wollte zunächst protestieren, überlegte es sich aber mit einem Seitenblick auf Quartus schnell anders.  In Goremound galt Mord an einem Lebenden nicht als Straftat. Also buckelte er vor Madame Nyx und holte den Sklaven aus dem Käfig. Madame Nyx bezahlte die 30 Goldmünzen und nahm ihre Neuerwerbung entgegen. Just in diesem Moment empörte Oreios sich lautstark über den Mangel an ihr gezollter Aufmerksamkeit. Sofort vergaß Madame Nyx alles um sich herum und eilte besorgt zum Kinderwagen. Eilig hob sie Oreios aus dem Wagen und wog sie sacht hin und her.
-žWas hat denn meine Kleine? Sieh mal da, das ist unser neuer Sklave Setheret. Er wird Mama helfen.-œ
Zu Setheret gewandt:-œDas ist meine Tochter. Wenn sie alt genug ist, wirst du ihr Lesen und Schreiben beibringen.-œ
Der Sklave starrte das Baby überrascht an, fing sich dann und nickte.
-žJa, Herrin. Es wird mir eine Freude sein, mich um Eure Tochter zu kümmern.-œ
Wieder lächelte Madame Nyx. Setheret gefiel ihr.

Zwei Wochen später stellte sie fest, dass er auch Oreios gefiel. Es fiel ihr nicht schwer, sich de mürrischen Rhunirers -  den Oreios nicht leiden konnte-  zu entledigen und Setheret seinen Platz einnehmen zu lassen.

09/11/08
« Letzte Änderung: 4. Februar 2009, 11:42:11 Vormittag von FoxgloveSaysNO »

Offline Overmind

Goremounder Stadtgeschichten
« Antwort #16 am: 3. Februar 2009, 10:49:10 Nachmittag »
ich bin dafür du schreibst mehr :D ^^ ich mag den text bis auf die paar rechtschreibfehler ;D

los los *hetz peitsche raushol und schwing*
Die letzen Worte eines Diebes: "Achtung, da ist eine..." -klick-

"Denn ich bin das Kollektiv" - Der Overmind (SC:BW)

FoxgloveSaysNO

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Goremounder Stadtgeschichten
« Antwort #17 am: 4. Februar 2009, 11:39:06 Vormittag »
Bin schon dabei...

FoxgloveSaysNO

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Goremounder Stadtgeschichten
« Antwort #18 am: 9. Februar 2009, 02:54:37 Nachmittag »
Goremounder Stadtgeschichten: Nachts im Kinderzimmer

Eine neue Frau war da. Sie hatte dunkle Haare, deswegen war sie für Oreios die dunkle Frau. Oreios  mochte die dunkle Frau nicht, denn sie spielte nie mit ihr. Die andere Frau -“ die mit Oreios immer gespielt hatte -“ kam nicht mehr. Dafür spielte Mama jetzt ganz viel mit ihr. Mama spielte mit ihr, kuschelte mit ihr und erzählte ihr Geschichten. Ja, Oreios hatte ihre Mama sehr lieb. Gerade jetzt wurde Oreios von der dunklen Frau sauber gemacht und gewickelt. Manchmal tat das auch ihre Mutter, aber nicht heute. Nachher würde Mama kommen und ihr noch vorlesen, bevor Oreios dann schlafen musste.
Gerade lag Oreios in ihrem Bettchen, sauber und gewickelt, als jemand die Tür öffnete. Die dunkle Frau brachte ihre Mutter und den hellen Mann zu Oreios. Den hellen Mann mochte Oreios nicht. Er sah immer böse aus und außerdem machte er ihr ihre Mama streitig. Mama hatte nur Oreios zu gehören! Zum Glück wusste sie, wie sie Mama dazu bringen konnte, den hellen Mann zu verjagen: Oreios sah den Mann an und fing an zu weinen. Dann wurde ihre Mama böse auf den hellen Mann und jagte ihn weg. Also fing  Oreios an zu weinen und  -siehe da -  ihre Mutter wurde böse auf den Mann und schickte ihn aus dem Zimmer.
-žVerschwinde, du bringst das Baby zum Weinen!-œ
Während der helle Mann mürrisch aus dem Zimmer stapfte, nahm Madame Nyx ihre Tochter in die Arme und wog sie sanft hin und her. Das mochte Oreios und hörte wieder auf zu weinen. Als Madame Nyx merkte, dass ihre Tochter sich beruhigt hatte, legte sie ihr Kind zurück ins Bett. Dann las sie ihrem Kind noch eine Geschichte vor, deckte sie richtig zu und ging leise aus dem Zimmer. Die dunkle Frau legte Oreios noch eine Puppe ins Bett, schaltete ein buntes Nachtlicht ein und ging ebenfalls aus dem Zimmer. Das Nachtlicht war eine komplexe Apparatur, die aus Megalys importiert worden war. Madame Nyx scheute keine Mühen und Kosten für ihre Tochter. Die Puppe hatte der freundliche Mann Oreios mitgebracht. Die Erinnerung an Leons breites Grinsen ließ Oreios vergnügt kichern. Müde war sie noch nicht.
Das Nachtlicht zauberte wandernde Schatte auf das Gesicht der Puppe, die direkt neben Oreios-˜ Kopfkissen saß. Die Schatten machten das Gesicht der Puppe unheimlich. Die Augen starrte Oreios an. Das gefiel Oreios nicht und sie bewegte sich in ihrem Bettchen. Der Blick der Puppe folgte Oreios. Die Puppe verzog den Mund zu einem bösartigen Grinsen, um Mund und Augen lagen dunkle Schatten. Unter dem ausladenden Rock schienen sich-¦Dinge zu bewegen. Die Finger an den zarten Porzellanhänden  bewegten sich. Die Puppe starrte Oreios weiterhin an. Etwas Gemeines lag in ihrem Blick.  Jetzt bekam Oreios wirklich Angst. Sie wimmerte weinerlich und versuchte mit ihren kurzen Ärmchen nach der Puppe zu schlagen. Die Puppe sah nun sehr grimmig aus. Oreios weinte jetzt laut.
Plötzlich sprang die Puppe Oreios an! Das Kind schrie vor Angst hysterisch auf! Ihr Weinen war nun sehr laut, hysterisch, alarmierend. Oreios-˜ Stimme überschlug sich fast.
Auf einmal wurde die Tür aufgerissen. Madame Nyx stürmte ins Zimmer und flog fast zum Kinderbett.
-žOreios?-œ, rief sie panisch.
Die Puppe war umgekippt und auf Oreios gefallen. Schnell hob Madame Nyx ihre weinende Tochter aus dem Bett und überprüfte rasch, ob Oreios verletzt war. Erleichtert stellte sie fest, dass dem nicht so war.  Madame Nyx nahm ihre laut weinende Tochter zärtlich in die Arme und wog sie wieder vor und zurück.  Dabei murmelte sie in einem beruhigenden Tonfall: -žAlles ist gut, du brauchst keine Angst haben, alles ist gut-¦.-œ. Diesen Satz wiederholte Persephone Nyx wieder und wieder wie ein Mantra, während sie mit  ihrer wimmernde Tochter im Arm  in ihr Schlafzimmer ging, um ihre Tochter diese Nacht bei ihr schlafen zu lassen. Die Puppe ließ sie unbeachtet im Bett liegen-¦

06/11/08  




Goremounder Stadtgeschichten: Eine Zombiebraut

Madame Nyx  saß in ihrem Büro und wartete. Ihr Büro war in dunklen Farben gehalten. Sie selbst saß hinter einem schweren Schreibtisch aus Beineiche in einem bequemen Ohrensessel aus sehr weichem Leder. An den Wänden standen Regale  aus Beineiche, die mit Büchern gefüllt waren. Auf dem Boden lag ein dicker Teppich, der die Schritte dämpfte. In einer Ecke stand das Skelett eines Menschen.
Auf ihrem Schoß lag der neueste geistige Erguss von Armand DeLarge, einem Vampir aus Aquitaine. Das Werk war als Tragödie gedacht, bestach aber durch zu viel Melodramatik und daher durch unfreiwillige Komik.
Es klopfte an der Tür. Setheret öffnete sie kurz darauf
-žMadame, ein Herr Heinrich Augswald ist hier.-œ
Madame Nyx nickte Setheret freundlich zu. Er gefiel ihr in der kurzen Toga nach verunischem Stil.
-žLass ihn vor.-œ
Setheret nickte beflissen und brachte Madame Nyx-˜ Kunden herein.
Heinrich Augswald war ein dicker, kleiner Mann mit einer Kartoffelnase. Trübe Fischaugen versteckten sich hinter Augengläsern. Nur wenig Haare waren ihm geblieben. Trotz der prunkvollen Kleidung eines vargothischen Händlers sah Heinrich Augswald mickrig aus. Persephone Nyx gab sich Mühe, sich ihre Abscheu und Geringschätzung nicht anmerken zu lassen.
-žHerr Augswald-œ, begrüßte sie ihn. -žWas kann ich für Euch tun? Ihr habt Euch sehr vage ausgedrückt.-œ
Herr Augswald begann zu schwitzen. Seine rosa Haut bekam flammend rote Flecken. Er windete sich wie ein Fisch an der Angel.
-žNun ja, Madame, ich hätte da einen kleinen Wunsch, den Ihr mir vielleicht erfüllen könntet. Ihr sollt ja eine wahre Koryphäe auf dem Gebiet der Nekromantie sein-¦-œ
Langsam wurde Madame Nyx ungeduldig. Sie kaschierte das mit einem Lächeln.
-žHerr Augswald, sagt frei heraus, was Ihr wollt.-œ Siebreitete ihre Hände in einer einladenden Geste aus und lehnte sich in ihrem Sessel zurück. Heinrich Augswald schien im Boden versinken zu wollen.
-žEs gibt einen Auftrag, ich hätte einen Auftrag für Euch. Eine kleine Gefälligkeit-¦äh-¦.ist es Euch möglich-¦äh-¦ Untote zu erschaffen?-œ
Madame Nyx nickte langsam.
-žDas ist es, was Nekromanten für gewöhnlich tun. Braucht ihr einen untoten Diener?-œ
Jetzt wurde Heinrich Augswald so rot, dass Madame Nyx dachte, er würde gleich platzen. Dann kam ihr ein Verdacht.
-žHerr Augswald, wollt ihr vielleicht einen-¦ weiblichen untoten Diener?-œ
Der Kunde war sichtlich erleichtert über diese Formulierung.
-žÄh-¦.ja, ja.-œ
Die Nekromantin zog eine Augenbraue hoch.
-žHabt Ihr konkrete Wünsche hinsichtlich des Aussehens Eurer Dienerin?-œ
Nun entschlüpfte ihr doch ein ironischer Unterton bei dem letzten Wort. Herr Augswald verkrampfte sich wieder und stammelte:
-žÄh-¦so menschlich wie möglich?-œ
-žUnd so wohlgefällig wie möglich, nehme ich an? Habt Ihr bestimmte Wünsche hinsichtlich Haar-und Augenfarbe?-œ
-žÄh, ja..ja-¦blonde Haare, bitte-¦und blaue Augen?-œ
Madame Nyx nickte.
-žWie groß soll die Dienerin sein? Und wie gut soll ich sie ausstatten?-œ Sie unterstrich ihre Frage durch dementsprechende Gesten. Bei dem Wort -žausstatten-œ wies sie unmissverständlich auf ihr eigenes Dekolleté. Dies hatte zur Folge, dass die roten Flecken auf Heinrich Augwald Gesicht aufs Neue entflammten.
-žN-nicht zu groß, bitte. Und-¦.äh..sie soll wohlgeformt sein, bitte.-œ
Madame Nyx beschloss, den armen Mann von seinem Leiden zu erlösen.
Sie erhob sich würdevoll.
-žNun gut, Herr Augswald, ich werde alles in die Wege leiten. Der Auftrag kostet euch 40 Goldmünzen plus 10 Goldmünzen für Materialkosten. Die 10 Goldmünzen bekomme ich bitte bis morgen, dann kann ich unverzüglich anfangen. Ihr könnt Eure Dienerin in zwei Wochen abholen.-œ
Mit diesen Worten führte Madame Nyx den widerwärtigen, nach ranzigem Schweiß stinkenden, mickrigen Mann aus ihrem Büro.

Eine Woche später hatte sie die Arbeiten an der Zombiekurtisane bereits abgeschlossen. Der Zombie war mit großen Brüsten, einer schmalen Taille und langen, blonden Haaren ausgestattet. Er hatte ebenmäßige Gesichtszüge und war kaum als Zombie zu erkennen.
Herr Augswald würde zufrieden sein.

11/11/08

 

 

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