Autor Thema: Spielbericht: Der Händler (Vargothia-Edition)  (Gelesen 2882 mal)

Offline Stummknecht

Spielbericht: Der Händler (Vargothia-Edition)
« am: 19. Januar 2016, 12:10:42 Nachmittag »
Heyho, alle miteinander.  :)

Ich habe gestern eine kleine Gruppe AC-Neulinge zusammengetrommelt und mit ihnen eine abgewandelte Form des Abenteuers "Der Händler" aus dem Downloadbereich gespielt. Die Orte wurden an Vargothia angepasst, ebenso wie die Namen der NSCs.

Das Abenteuer ist zwar eher kurz, aber es hat einen schönen Twist im Finale wie ich finde und eine folgenschwere Entscheidung der SCs wird an eben jener Stelle gefordert. Morgen (20.01.2016) wird die zweite Sitzung stattfinden und ich werd mich dann nach dem Feedback der Spieler hinsetzen und einen Spielbericht plus erster Eindrücke der Neulinge hier einstellen.

Bislang besteht die Gruppe aus meiner Wenigkeit, als Spielleiter und drei Spielern.

Yuu: Ein Morai der seine dunkelelfische Herkunft nicht an die große Glocke hängt und lieber leugnet woher er stammt kam über den Seeweg schließlich nach Vargothia, wo er in Asgoth landete und ins Inland weiterzog.
Was genau ihn umtreibt hält er geheim, doch scheint etwas in seiner Vergangenheit ihm eine tiefsitzende Furcht vor Frauen eingeimpft zu haben. (Kampfschule: Schnitter 5)

Sindri: Als Fee hat man es fern Illyriens nicht leicht, was Sindri schnell einsehen musste, vor allem wenn man sich für die Nekromantie begeistert. Auf der Suche nach mehr des dunklen Wissens über das was dem Tod folgen kann und einem Ort wo er eben jener Forschung in Frieden nachgehen kann, verschlug es ihn nach Vargothia. Dort umging er das Fürstentum Rabental großzügig, aufgrund der Geschichten über die dortige Inquisition und erreichte das zentrale Fürstentum Vargoth. (Magieschule: Nekromantie 5)

Marlak: Aus Rhunir stammend zog es den Jäger und Bogenschützen tiefer in den Süden, immer dem nächsten Beutetier auf der Spur. Doch hatte der junge Nordmann dabei nicht die Trophäen im Sinn oder den Ruhm, sondern bloß schnöden Mammon. Ja, das liebe Geld lockte ihn immer weiter von zu Hause fort, was auf seiner Reise zu manch seltsamer Begegnung führte und zu dem einen oder anderen beeindruckenden Fund. (Kampfschule: Jäger 1, Blattschuss 4)
« Letzte Änderung: 14. Februar 2016, 02:18:57 Nachmittag von Stummknecht »

Offline Stummknecht

Re: Spielbericht: Der Händler (Vargothia-Edition)
« Antwort #1 am: 22. Januar 2016, 12:33:28 Nachmittag »
So, das Abenteuer ist durch und wie versprochen folgt der Spielbericht. ;)

Szene 1: Der Beginn einer Reise

Die drei ungleichen Wanderer fanden sich aus unterschiedlichen Gründen in dem Dorf Weylgarren ein, das etwas mehr als eine Tagesreise nördlich der Ader lag.
Marlak, der menschliche Jäger, war auf den Spuren eines besonders aggressiven Keilers der Gerüchten zu Folge in den Wäldern Vargothias umherstreifen soll und Holzfäller und Waidmänner terrorisiert. Bisher konnte er keine Fährte aufnehmen und die sporadischen Gerüchte weckten langsam den Eindruck einem Ammenmärchen nachzujagen.
Der kämpferische Dunkelelf Yuu befand sich im Dorf da er auf seinem zugegebenermaßen sehr ziellosen Weg ins Inland keine Ahnung hatte wohin er sich wenden sollte. Man hörte sich um nach Schwertarbeit, doch gab es in den kleinen Dörfern nichts für einen Krieger zu tun. Wenigstens war es unter den ungebildeten Landeiern einfach sich als Waldelf oder Sidhe auszugeben.
Sindri, der feeische Nekromant, hatte sich einen sicheren Ort für die Nacht gesucht um seine nächsten Schritte auf der Suche nach Wissen über die dunklen Künste zu planen. Es fehlte an Geld und Anhaltspunkten, also war es angesagt sich umzuhören.

Im Dorf gab es zwei Gasthäuser von denen das Teurere für die gutbetuchten Bürger und Stammtische gedacht war, das günstigere "Zum rauchenden Drachen" hingegen für alle mit weniger Silber in den Taschen und natürlich das durchreisende Volk. Der Schankraum war bereits recht gefüllt, was nur einen Tisch übrig ließ an dem die drei Ortsfremden sich notgedrungen gemeinsam zu setzen hatten. Wobei der Feenmann es sich auf einer Tabakdose bequem machen durfte. Man wartete auf den Wirt oder die geschäftige Schankmagd um endlich eine Mahlzeit oder Getränke bestellen zu können. Bei der Gelegenheit beschnupperten sich die drei Fremden und tauschten das eine oder andre unverfängliche Wort aus.
Als dann die Getränke auf dem Tisch standen, betrat eine Gruppe drakisch-stämmiger Holzfäller den Schankraum. Einige der Holzfäller machten sich dabei über den Dunkelelfen lustig und stießen ihn unsanft an. Sein Becher Wein stieß dabei um und übergoss den Feenmann mit dem Rebensaft. Als Entschuldigung bot der Elf umgehend an Sindri flüchtig zu säubern und kaum hatte dieser das Angebot angenommen begann der Dunkelelf den Nekromanten aufzuheben und ihm die Flügel abzulecken. Verwundert über dieses seltsame Bild riefen die Holzfäller ihren "Kopf" Nikolai zu sich der sich gleich damit beschäftigte die Gruppe zu schikanieren.
Marlak vertrug diesen ganzen Wirbel eher schlecht, sprang vom Stuhl auf und hielt Nikolai seinen Krakendolch an die Kehle. Der Anführer der Holzfäller löste sich rasch, was Malak zuließ und beide verstrickten sich in ein rasch aufschaukeldes Streitgespräch, das vor der Tür endete.

Vor der Tür zog Marlak gleich den zweiten Dolch und die Holzfäller redeten auf Nikolai ein sich nicht auf einen solchen Kampf einzulassen. Fluchend verließen also die streitlustigen Holzfäller das Gasthaus und die Gruppe konnte sich dem Essen wieder in Ruhe zuwenden. Aus Dank dafür kein Blut vergossen zu haben und sämtliche Einrichtung ganz gelassen zu haben schenkte der Wirt, ebenfalls Drakier, den drei Fremden je eine Flasche seines Wodkas.
Nach dem Essen betrat ein weiterer Fremder den Schankraum mit einem Jungen bei sich, gerademal zehn Jahre jung. Der Junge zeigte auf die Helden, bekam eine kleine Belohnung von dem Neuankömmling und rauschte wieder hinaus. Der Neuankömmling, ein Vargother Kuriositäten-Händler, stellte sich als Morhal Laukner vor und fragte die drei seltsamen Gestalten ob sie nicht Interesse hätten ihn auf seiner weiteren Reise zu eskortieren. Er hatte über den Jungen gehört wie sie mit den Drakiern fertig geworden waren und brauchte Ersatz für ausgefallene Wachen. Man einigte sich rasch auf zehn Silberstücke pro Kopf und nahm geschlossen den Auftrag an.

Szene 2: Der tiefe Wald

Am nächsten Morgen trifft man sich wie abgesprochen früh vor dem Gasthaus und reist gemeinsam los. Morhal stellt der Gruppe dabei seinen Leibwächter Rudolph vor, der mit Kettenhemd und Streitkolben seinen Herrn zu schützen gedenkt. Sämtliche Versuche dem Leibwächter dabei ein paar Worte zu entlocken schlagen fehl, da dieser es vorzog zu schweigen. Morhal jedoch war gesprächiger und erzählte auf Anfrage hin gern das er zwei Sammlerstücke nach Avernus schaffen will zu einem guten Kunden. Man spricht über die Reiseroute und der Händler fragt die Charaktere nach ihren Hintergründen aus. Da Marlak erwähnt einen seltenen Dolch zu besitzen fragt Morhal natürlich nach den Umständen unter denen dieser in den Besitz des Jägers kam.
An dieser Stelle war ich positiv überrascht von der Bereitschaft meiner Spieler mit der sie sich einige Hintergrundinfos zu ihren Charas zurechtgelegt oder aus den Fingern gesaugt hatten und die Unterhaltung mit Leben erfüllten. So ging die Zeit dann auch quasselnd herum, bis man an den Wald herankam der direkt nördlich der Ader lag. Es begann zu regnen und die Gruppe wollte nur umso schneller unter den Schutz der Wipfel. Im Wald suchte Morhal nach der Hütte eines befreundeten Wildhüters der sich hier im Wald ein zu Hause geschaffen hatte. Doch bei der Hütte angelangt fanden sie die Hütte dunkel und die Tür schief in den Angeln vor. Beunruhigt blieben die Charaktere stehen und Marlak versuchte die Türe zu öffnen, wobei diese laut scheppernd aus den Scharnieren brach und in den dunklen Raum dahinter stürzte. Noch ehe jemand die Hütte betreten konnte ertönte plötzlich lautes Gekreisch und eine Rotte flatternder wütender Harpyien griff die Gruppe an.
Yuu zog sofort seine Klingen und beschäftigte zwei der Kreaturen, die es schwer hatten ihre Krallen und Fänge durch die zähe Lederrüstung zu treiben. Im Gegenzug fiel es dem Elfen leicht mit den Schwüngen seiner Frostklinge und seines Langschwerts die hässlichen Weiber aufzuschlitzen. Seine Angst vor Frauen schien ihn dabei nur noch wilder kämpfen zu lassen.
Marlak hingegen hatte reichlich Probleme dabei einen Schuss zu landen, was er dem Regen und den hektischen Bewegungen der Kreaturen zuschrieb. Der Nekromant versuchte durch eiliges Herumschwirren die Harpyien abzulenken was ihm auch gelang und seinen Kumpanen den Kampf ein Stück erleichterte. Fürs Erste verzichtete er darauf seine Kräfte offen einzusetzen.

Der Kampf war bald entschieden und die vier Harpyien tot oder sterbend. Man gab jenen die noch mit dem Tod rangen den Gnadenstoß und räumte in der Hütte erst einmal auf. Morhal fand dabei die abgenagten Überreste seines Freundes in dem Unrat und war die nächsten Stunden tief betrübt über den Verlust.
Sindri versuchte den Händler aufzumuntern und man beschloss am nächsten Morgen die Überreste zu bestatten und erst einmal zu schlafen. Um die Nacht über sicher zu sein verließ der nekromant die Hütte mit Marlak zusammen und der Feenmann erhob eine der Harpyien zu einem Zombie. Marlak war sichtlich erschrocken und verwickelte Sindri In ein Gespräch darüber wie vertretbar es denn nun sei Leichen wieder zum Leben zu erwecken. Der Nekromant fing dabei das Haarspalten an, da man ihm vorwarf "die Toten zu beschwören" anstatt wie er es richtig formulierte "Leichen zu erwecken". Malak beließ es an der Stelle dabei, blieb aber wegen des Zombies vor der Tür unruhig.

Szene 3: Eine Frage der Moral

Am nächsten Morgen gab Sindri dem Zombie den Befehl die übrigen Leichen au einen Haufen zu werfen und sich selbst dazu zu legen. Ich gestattete dem Spieler an dieser Stelle den temporären Erweckungszauber einfach aufheben zu können, so das der Zombie wieder als leblose Leiche dalag. Bei dem Zauber stand nicht das man ihn willentlich beenden konnte, aber da er für die Erweckung nur KP verwendet hatte sah ich keinen Grund es zu verbieten.
Morhal sah von dem Untoten Leichnam nichts und Rudolph sagte nichts weiter dazu, weshalb die Gruppe sich auf Wunsch Morhals mit der Feuerbestattung des Wildhüters in seiner Hütte beschäftigte. Die Hütte brannte nieder und man machte sich wieder auf den Weg weiter nach Süden. Als der Wald sich wieder lichtete und die Gruppe den Karrenpfad wiederfand trafen sie auf einen wandernden Kesselflicker, der seinen Karren allein über den Weg zog. Nach einer freudigen Vorstellung schauten sich die Charaktere und Morhal die Waren an. Während Marlak von der Qualität nicht überzeugt war, kaufte Yuu dennoch eine der Pfannen und Sindri kam mit dem Kesselflicker ins Gespräch. Dabei erzählte der Kesselflicker im Flüsterton das er in Avernus einen düsteren Gesellen getroffen hatte der nach jemandem suchte der Morhal ähnlich sah. Offenbar wollte eben dieser finstere Kerl nichts Gutes von dem unschuldig wirkenden Händler, was die Charaktere auch gleich nachdenklich stimmte. Sindri berichtete Morhal von der neuen Erkenntnis erst als der Kesselflicker wieder weitergezogen war und Morhal zeigte sich unverständig ob des Finsterlings. Aber da er fürchtete man könne ihm übel wollen bot er an das jener der den Finsterling aufhält und zur Strecke bringt 30 Goldstücke erhält. Umgehend waren die Charaktere begeistert ihren Auftraggeber zu verteidigen, komme was da wolle.

Später, die Brücke über die Ader war schon in greifbarer Reichweite, schoss ein Pfeil aus dem nahen Wald und schlug auf dem Weg ein, was die Pferde von Rudolph und Morhal aufscheuen ließ. Rudolph trachtete danach sofort den Schützen im Wald zu stellen und ritt hinüber, während Marlak auf den Übeltäter schoss. Der Schütze verlor beim Beschuss Malaks die Kapuze und erlitt einen entstellenden Treffer an der linken Wange, konnte aber fliehen. Marlak hielt nämlich den eifrigen Rudolph davon ab in den Wald zu reiten. Was sich als guter Einfall zeigte, denn kurze Zeit später sprangen fünf Männer aus dem Dickicht auf der andren Seite des Weges und kreisten die Gruppe ein. Vier waren mit Beilen bewaffnet und einer mit einer Armbrust im Anschlag. Der Armbruster gab an das die Gruppe sofort den "Hexer" auszuliefern habe, da er sie sonst alle festnehmen müsse. Die Charaktere zeigten sich überrascht und unschlüssig darüber ob der vermeintliche Hexenjäger wirklich das war was er zu sein vorgab. Sindri versuchte sich geistesgegenwärtig zu zeigen und sprach Morhal unter dem Namen "Borgal" an, um vorzutäuschen der Hexenjäger habe den Falschen erwischt. Doch dieser ließ nicht locker und offenbarte der Gruppe es handele sich nicht um den Kuriositäten-Händler Morhal Laukner, sondern um den Hexer Trauthelm Goltunge. Des weiteren sollte "Trauthelm" das Leben der Schwester des Hexenjägers geraubt und auch weitere Unschuldige getötet haben als Mitglied eines ganzen Zirkels von Dämonenanbetern. Der erschütterte Händler hatte genug Lügen gehört und setzte eine Belohnung von 50 Goldstücken aus für den der ihm diesen Irrsinnigen vom Halse schaffte.
Kaum war das ausgesprochen brach ein Kampf aus. Marlak schoss auf den Hexenjäger und einen der Schergen der auf ihn zugerannt kam, während Yuu die zwei Schergen beschäftigte die hinter der Gruppe in Position waren. Sindri versuchte derweil sein Möglichstes um den Hexenjäger abzulenken, als dieser sein Kurzschwert der Stärke zog und auf Morhal losgehen wollte. Im Laufe des Kampfes konnte Marlak mehr Treffer verbuchen als gegen die Harpyien, da die Bedingungen günstiger und der VW der Gegner geringer waren. Yuu zeigte sich ähnlich effektiv wie im letzten Kampf und schaffte es sogar mit einem "Nordwind-Angriff" einen Gegner an der Hüfte zu zerteilen (40 Schadenspunkte... Aua... xD). Sindri zog an Haaren, schwirrte vor Gesichtern herum und drehte an Pfeilen die bereits in Wunden steckten, was auch seinen Effekt beitrug und Rudolph das Leben rettete, da der Hexenjäger ihm so nicht den Todesstoß verpassen konnte.

Als der Kampf sein Ende fand und die Gegner entweder tot waren oder im Koma lagen (der Hexerjäger und zwei der Schergen), überließen die Charaktere die Besiegten ihrem Schicksal und zogen weiter nach Avernus. Dort angekommen brachten sie Morhal noch zum Marktplatz wo dieser ihnen die versprochene Belohnung aushändigte und man noch kurz darüber sprach was die nächsten Pläne seien. Morhal würde Rudolph zum Medikus bringen und dann die Ware ausliefern, während die Charaktere beschlossen erst einmal zusammen ein wenig zu feiern, Beute zu teilen und Einkäufe zu tätigen.
Es gab anschließend noch sechs Erfahrungspunkte die von Malak gleich in die Fertigkeiten Dolche und Bögen gesteckt wurden, von Yuu und Sindri aber noch aufgespart wurden.

Feedback:

In der Nachbesprechung zeigten sich die Neulinge vom System überzeugt und lobten die verständlichen Regeln und das schnelle Kampfsystem. Der Plot hatte den Spielern gefallen und mir als SL war es ein Fest die Spieler in Gestalt von Morhal nach ihren Hintergründen auszufragen, wobei sie alle hervorragend mitspielten.

Fazit: Gerne wieder!  ;D
« Letzte Änderung: 14. Februar 2016, 02:24:16 Nachmittag von Stummknecht »

 

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